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Baudenkmal Künstlerhaus

Der dreigeschossige Backsteinbau, ein Frühwerk von Conrad Wilhelm Hase, wurde als Vierflügelbau angelegt und gruppiert sich um ein zentrales Treppenhaus zwischen zwei Lichthöfen. Dem zurückgesetzten Mittelteil ist ein übergiebelter Risalit (»Vorsprung«) mit einer Freitreppe vorgelagert, der von Granitlöwen flankiert wird. Typische Rundbogenfenster sowie Skulpturen Dürers und Vischers bestimmen diesen Teil. Zusätzliche Arkadenreihen gliedern das Erdgeschoss, Blendbögen fassen die Obergeschosse zusammen. Mehr...

Der Architekt

Conrad Wilhelm Hase (* 2. Oktober 1818 in Einbeck, † 28. März 1902 in Hannover) war Baumeister und Gründer der Hannoverschen Architekturschule.

Hase war von 1849 bis 1894 Lehrer der Baukunst an der Polytechnischen Lehranstalt (seit 1880 Technische Hochschule, heute Universität) in Hannover.
Sein Architekturstil war von der mittelalterlichen Backsteingotik geprägt, wobei die Statik der Gebäude und das verwendete  – vorzugsweise heimische – Baumaterial für den Betrachter sichtbar bleiben sollten ("Putz ist Lüge"). Hase plante mehr als 300 Bauwerke im Stil der sogenannten Neugotik, darunter über 100 Sakralbauten. Mehr...

Die Geschichte des Hauses


1852 Die "Naturhistorische Gesellschaft Hannover", der "Historische Verein für Niedersachsen" und der "Verein für die öffentliche Kunstsammlung" beschließen, ihre Sammlungen zusammenzuführen und öffentlich zugänglich zu machen.
05.02. 1852 Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs für ein Museum für Kunst und Wissenschaft.
27.05.
1853 Grundsteinlegung durch König Georg V..
Architekt Conrad Wilhelm Hase, Bauleitung Emil Hackländer.

1855 Fertigstellung. Romanisierender Backsteinbau mit eingefügten Architekturelementen aus Sandstein; wichtiges Werk der "Hannoverschen Architekturschule"; Standbilder an der Fassade von Dürer, Vischer, Leibniz, von Humboldt; Einrichtung für Vereins- und Ausstellungszwecke u.a. des Kunstvereins, des Künstlervereins, des Architekten- und Ingenieursvereins.
23.02. 1856 Einweihung.

1863 Westlicher Flügelanbau und Hofandeutung durch Hase, Bauleitung Carl Schäfer.
23.02.1865 Einweihung.

1869 Die Provinz Hannover des Preußischen Königreichs übernimmt die Verwaltung der Sammlungen.

1870 Aufstellung der Löwen auf den Treppenwangen (Engelhard/Dopmeyer).
bis1878 Östlicher und nördlicher Hofanbau durch die staatliche Bauverwaltung

1886 Bau und Anschluss der Cumberlandschen Galerie (Otto Goetze).
Das gesamte Vermögen der drei früheren Trägervereine wird auf den Staat übertragen, aus dem "Museum für Kunst und Wissenschaft" wird das "Museum der Provinz Hannover".

1901 Das Gebäude geht nach dem Bau des neuen Provinzialmuseums in das Eigentum der Stadt über.

1902 Umfangreiche Umgestaltung des Hauses zum "Künstlerhaus der Stadt Hannover" Schließung der straßenseitigen Arkaden. Anbau Balkon (Terrasse) und weitere Umbauten.
04.01. 1903 Einweihung der neuen Räumlichkeiten.
09.01. 1903 Besichtigung des Hauses durch Kaiser Wilhelm II.

1916 Anbringung des Hase-Denkmals an der Innenwand des rechten Eckresalits.
08.10. 1943 Angriff anglo-amerikanischer Bomberverbände in der Nacht vom 8. zum 9. Oktober. Zerstörungen durch Brand- und Sprengbomben. Komplette Zerstörung der östlichen, westlichen und nördlichen Anbauten, teilweise Zerstörung der hinteren Seitenflügel, ausbrennen des 2. Stockwerks, umfangreiche Zerstörungen im 1. Stockwerk.
bis 1950 Notdürftige Instandhaltung des Hausruine; verschiedene Nutzung der erhaltenen Räumlichkeiten.

1953 Wiederherstellung der Ausstellungsräume für den Kunstverein im 1. Geschoß und für den Künstlerverein im Erdgeschoß.
bis 1960 Wiederherstellung des Hauses; dabei umfangreiche bauliche Umgestaltung. Abriss des historischen Treppenhauses, Umbau von Sälen und Lichthöfen , Neugestaltung von Versammlungs- und Büroräumen, Einrichtung einer Weinstube im Kellergeschoss
15.10. 1960 Neueröffnung des Hauses.
Verschiedene Kulturvereine eröffnen ihre Geschäftsstellen, Gesellschaftsräume stehen zur Vermietung zur Verfügung.

1983 Umgestaltung des Rambergsaals zum Kino und Theatersaal. Das Kommunale Kino zieht ein.

1989 Weitere kleinere Umbauten.
Im Rambergsaal wird das "Theater im Künstlerhaus" organisiert.

1996 Kostenschätzung zum Um- bzw. Rückbau des Hauses mit dem Ziel einer weitgehenden Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Umbauten im Bereich des 1. Geschosses, Kunstverein. Beginn des 1. Bauabschnitts zur Umgestaltung des Hofes (Städtische Bauverwaltung, Architekt Mucke).

1999
Beginn des Umbaus mit dem Ziel einer Wiederherstellung der urspünglichen architektonischen Konzeption. Architekten: Pax / Hadamczik / Arndt / Brüning.
Versammlung- und Büroräume im Erdgeschoss und 2. OG werden aufgegeben, Säle, Lichthöfe und das Treppenhaus nach ursprünlicher Konzeption neu hergestellt. 
14.10.2000 Einweihung des Hauses.
Literaturrat, Literaturbüro u. Friedrich-Bödecker-Kreis eröffnen ihre Geschäftsstellen.
02.04.2001
Abschluss der Umbauarbeiten im 2. Obergeschoss und
Eigentumsübergabe der Teilfläche an die Stiftung Niedersachsen.
bis2003
Abschluss der Arbeiten zur Umgestaltung des Hofes und
umliegender Grundstücksflächen.
28.02.2006 Festakt zum 150jährigen Jubiläum.