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Behind the Couch - Casting in Hollywood Titel: Behind the Couch - Casting in Hollywood
Dokumentation

Regisseur: Veit Helmer
Land: Deutschland
Jahr: 2005
Länge: 70 Minuten
Sprachfassung: englisch
Untertitel: deutsch
FSK: ohne Altersbeschränkung

Beschreibung



Casting: Am Anfang der Karriere großer Kinostars steht die Besetzungscouch – weniger Symbol für sexuelle Ausbeutung als für den schwierigen, schier ausweglosen Kampf, in Hollywood aufzufallen und für einen Film engagiert zu werden. Casting-Agenturen entscheiden über Erfolg und Flopp. Veit Helmers Dokumentation begleitet einige Jungschauspieler, wie sie nach Los Angeles kommen und dort ihr Glück versuchen. Sie legen kostspielige Fotomappen für die Bewerbung an und sprechen für unzählige Rollen vor. Einigen gelingt der hoffnungsfrohe Einstieg in die glitzernde Filmwelt, andere reisen frustriert wieder ab. Fotografen, die vom endlosen Strom ambitionierter Jungschauspieler leben, kommen in der Dokumentation ebenso zu Wort wie Spezialkuriere, die kistenweise Drehbücher von Agentur zu Agentur bringen und tonnenweise ausgediente Fotomappen zum Papierrecycling. ueber arbeiten



Während seines Aufenthalts in der Villa Aurora hat Veit Helmer drei Monate lang mit der Kamera Casting Directorin Zora DeHorter bei der Arbeit beobachtet. Daraus entstand die Dokumentation "Behind the Couch".

April Kian gehört zu den vielen Jungschauspielern, die eines Tages nach Los Angeles gelangen, um ihr Glück in Hollywood zu versuchen. April kommt aus Singapur, wo sie eine Ausbildung als Schauspielerin absolviert hat. Jetzt will sie ihre Karriere in der amerikanischen "Traumfabrik" beflügeln. Auch Lee Marks steht noch am Anfang seiner Schauspielkarriere. Der junge Afro-Amerikaner hat sich bei der Casting-Agentur von Zora DeHorter für eine Rolle im Film "Half Life" beworben. Das Geschäft von Casting Direktoren ist es, eine Vorauswahl unter den Schauspielern zu treffen, bevor sie von den Regisseuren in Augenschein genommen werden, die die endgültige Entscheidung fällen. Das Schicksal von Schauspielern, heißt es, liegt zu 80 Prozent in den Händen von Casting-Direktoren.

Die tatsächliche Chance einen der begehrten Jobs in der Filmindustrie zu ergattern, ist indessen wohl weitaus geringer. Die amerikanische Schauspielergilde "Screen Actor’s Guild" zählt 118.000 Mitglieder. 80 Prozent davon sind nicht beschäftigt, und von den Verbliebenen verdienen über siebzig Prozent zu wenig, um in die Krankenversicherung aufgenommen zu werden. Dazu müsste ihr Jahresverdienst mindestens 11.000 US-Dollar betragen. Insgesamt 375 Studios haben sich in der amerikanischen Filmindustrie in Kalifornien angesiedelt. 250.000 Menschen arbeiten dort in den verschiedensten Positionen. Nochmal so viele verdingen sich als Zulieferer.

Die Versuchung und Herausforderung für hoffnungsvolle Jungschauspieler sind entsprechend groß. Hollywood lebt von seinen Glücksrittern. Eine ganze Dienstleistungsindustrie ist darauf spezialisiert, die Neuankömmlinge bei ihrem Weg ins Filmgeschäft zu begleiten. Spezialagenturen bereiten Drehbücher lesefreundlich auf und verschicken sie via Internet an die Studios und Casting-Agenturen. Fotografen lichten Jungschauspieler in allen nur erdenklichen Posen ab. Einige haben sich auf "Headshots", Gesichtsporträts, spezialisiert. Retuscheure bügeln kleinere Mängel auf den Bildern mit der Photoshop-Software wieder aus. Kuriere fahren den ganzen Tag Berge von Bewerbungspapieren hin und her.

"Behind the Couch" zeigt die vielen Stationen, die zum Zustandekommen eines Films beitragen und in den Kulissen der Traumfabrik spielen. Die Besetzungscouch dient dabei als Synonym für den schwierigen Weg, dorthin zu gelangen. Die Dokumentation von Veit Helmer zeigt aber auch den knallharten Kampf um Aufmerksamkeit und Überleben. Wer in Hollywood reüssieren will, muss um jeden Preis auffallen. Schauspieler müssen auf allen Stufen des Geschäfts bereit sein, ihre Haut zu Markte zu tragen und sich selbst als ihr eigenes Produkt zu verkaufen.
Auch April Kian und Lee Marks haben umfängliche Vorbereitungen getroffen und sämtliche Stationen durchlaufen, um ihre Chancen auf dem Markt der Eitelkeiten zu optimieren. Während es allerdings für die auf ihren asiatischen Look festgelegte April keine geeigneten Rollen in Hollywood zu geben scheint, schlägt Lee sich erfolgreich durch diverse Vorsprechtermine. Casting-Agentin Zora DeHorter ist von ihm überzeugt und arrangiert ein Treffen mit der Regisseurin von "Half Life". Für Lee Marks kommt es zu einem Happy End. Weitaus typischer für das Filmgeschäft in Hollywood ist allerdings das Schicksal von April, die frustriert zurück nach Singapur reist. Wie ihr ergeht es Tausenden: Kuriere bringen tonnenweise Fotomappen von gescheiterten Schauspielern zum Altpapier-Recycling, wo sie im Schredder landen.
"Behind the Couch" wurde auf den Hofer Filmtagen 2005 mit dem Förderpreis Deutscher Film in den Kategorien Schnitt, Musik und Sounddesign ausgezeichnet. ueber arbeiten



Es gibt 90000 SAG-Schauspieler in Los Angeles und wahrscheinlich weitere 150.000 bis 200.000 gewerkschaftlich nicht organisierte Schauspieler, die registriert werden wollen oder versuchen, einen Agenten, einen Manager und Arbeit zu finden. Dies beachtend, finde ich, dass ein Laie, der Schauspieler werden will und nach Los Angeles kommt, seinen Kopf untersuchen lassen sollte. Am Besten sollte er nach Hause gehen, heiraten, eine Familie gründen und Provinztheater machen. Mike Fenton, Casting Director