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Titel: Das Herz von JeninDokumentation
Regisseur: Leon Geller / Marcus Vetter
Land: Israel / Deutschland
Jahr: 2008
Länge: 89 Minuten
Sprachfassung: hebräisch / arabisch
Untertitel: deutsch
FSK: ab 12
Beschreibung
DEFA-Förderpreis des 51. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
Genauso bewegend wie nachhaltig beeindruckend erzählt "Das Herz von Jenin" von einer zutiefst menschlichen Geste im Augenblick der größten Tragödie. Und davon, dass Hoffnung selbst dann eine Chance hat, wenn die Situation ausweglos erscheint. arsenalfilm.de
"Das Herz von Jenin" erzählt die wahre Geschichte Ismael Khatibs, dessen 12-jähriger Sohn Ahmed 2005 im Flüchtlingslager von Jenin von Kugeln israelischer Soldaten tödlich am Kopf getroffen wird. Nachdem die Ärzte im Krankenhaus nur noch Ahmeds Hirntod feststellen können, entscheidet der Palästinenser Ismael, die Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu spenden und damit deren Leben zu retten.
Zwei Jahre später begibt er sich auf eine Reise quer durch Israel, um diese Kinder zu besuchen. Eine schmerzhafte und zugleich befreiende Reise, denn durch die Kinder kommt Ismael auch seinem Sohn wieder ganz nah. arsenalfilm.de
Wahre Geschichte eines palästinensischen Vaters, der die Organe seines Sohns israelischen Kindern spendete.
Auf dem Berlinale Talent Campus 2006 stellte der junge israelische Regisseur Leon Geller ein Projekt vor, dass fast auf Unglauben stieß: Der zwölfjährige Ahmed wird im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland irrtümlicherweise von einem israelischen Soldaten in den Kopf geschossen, weil er und seine Freunde mit einem echt aussehenden Plastikgewehr spielen. Im Krankenhaus von Haifa können die Ärzte den Jungen nicht mehr retten. Ein Pfleger fragt den Vater nach einer Organspende, und nach Rücksprache mit seiner Frau, einem Imam und dem Chef der militanten Al-Aksa-Brigaden stimmt Ismael Khatib zu. Ein Jahr später trafen sich Geller und der Deutsche Marcus Vetter, um eine Zusammenarbeit zu vereinbaren, aus der dieser bewegende Dokumentarfilm entstand.
Das deutsch-israelische Team begleitet Ismael Khatib, der zwei Jahre nach der Organtransplantation die Kinder kennen lernen will, die durch den Tod seines Sohnes weiterleben konnten. Drei Empfängerfamilien stimmen zu - Auftakt zu einer von schmerzhaften Erinnerungen belasteten, letztendlich auch befreienden Reise quer durch ein verbarrikadiertes Israel. Die Begegnung mit einem kleinen Drusenmädchen, das dank Ahmeds Herz unbeschwert leben kann, mit einem Beduinenjungen, der wegen der Organspende nicht mehr zur täglichen Dialyse muss, und der Tochter orthodoxer Juden, der die Niere das Überleben sichert, bringen ihn seinem Sohn wieder näher.
Neben dieser in großer Eindringlichkeit geschilderten sehr persönlichen Geschichte werfen die Filmemacher auch einen Blick auf die Folgen einer von Vorurteilen beladenen gewaltvollen Auseinandersetzung, auf die politische und soziale Situation von Palästinensern, Israelis und in Israel lebenden Minderheiten. Vor allem der Besuch bei den streng gläubigen Juden zeigt die tiefe Kluft zwischen den Menschen in dieser Region, irrationale Angst vor und feindliche Abwehr gegenüber "den Arabern" sowie eine latente Unsicherheit. "Das Herz von Jenin" ist eine Art Operation am offenen Herzen des Konflikts; die sensible Balance zwischen herzzerreißender Traurigkeit und brennender Verzweiflung geht an die Substanz, ist aber auch ein Fanal der Hoffnung in einer scheinbar hoffnungslosen Zeit. mk. kino.de
Bei dem 51. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm wurde der Film "Herz von Jenin" mit dem DEFA-Förderpreis ausgezeichnet.
Der Dokumentarfilm von Marcus Vetter und Leon Geller beginnt im Jahr 2005, als der palästinensische Junge Ahmed von israelischen Soldaten erschossen wird. Trotz Trauer und Zorn entscheidet sich der Vater, die Organe seines Sohnes zu spenden – auch an Israelis. Der Film begleitet ihn auf seiner Reise zu den Kindern, die dank der Organspende überlebt haben.
In der Begründung der Jury heißt es, dass das "Herz von Jenin" ein "hochemotionaler, künstlerisch überzeugender Film" ist, der eine andere Seite der israelisch-palästinensischen Beziehungen aufblättert. Mit bewegenden Bildern dokumentieren die Filmemacher die Reise des Vaters, der mit ungebrochener Hoffnung Wege sucht, die politischen und menschlichen Konflikte zu überwinden.
Die bereits am 01. November 2008 verliehene Auszeichnung ist mit einem Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro dotiert. palaestina.org
Prädikat: Besonders Wertvoll
Themen: Nahostkonflikt, Israel, Palästina, Menschlichkeit, Werte, Versöhnung, Krieg
Fächer: Gesellschaft, Politik, Religion, Werte und Normen – und fächerübergreifend
empfohlen ab 16 Jahren
