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Hilde Titel: Hilde

Regisseur: Kai Wessel
Land: Deutschland
Jahr: 2008
Länge: 136 Minuten
Sprachfassung: deutsch
FSK: ab 12

Beschreibung

mit Heike Makatsch, Dan Stevens, Monica Bleibtreu, Michael Gwisdek

Hildegard Knef geht einen langen Weg, bis sie zu sich selbst findet: Aus bedrückenden familiären Verhältnissen gelingt ihr der Sprung in die Schauspielausbildung, doch in den letzten Kriegswirren zählt nur mehr das blanke Überleben. Nach Filmerfolgen und Fehlgriffen, falschen und richtigen Männern, lähmender Langeweile in Hollywood und einer turbulenten Hass-Liebe mit dem deutschen Publikum muss die Kämpfernatur Hilde lernen, dass manchmal andere Dinge zählen als der Ellenbogenkampf im Showbiz: In ihrer eigenen Geschichte und im Inneren ihrer Seele findet sie die Substanz für die "Hilde", auf die sie selbst, aber auch das deutsche Publikum immer gewartet hat.

Einer der deutschen Lebenswege nach dem Zweiten Weltkrieg. Hildegard Knef war die Sünderin, ein Kinotraum, ein Weltstar, eine Ikone. Und sehr, sehr cool. Dies ist ihr Leben. hilde-derfilm.de

Auszüge aus einem Interview mit Heike Makatsch:

Wann haben Sie Hildegard Knef zum ersten Mal wahrgenommen?

Das kann ich gar nicht sagen, sie war ja immer da. Auch wenn sie da schon alt war, mit großer Brille und Baskenmütze. Ihre Blütezeit, ihre Lieder und Texte habe ich früher nicht wahrgenommen. Das ist die Zeit, mit der unser Film endet, in der sie zu einer starken Frau herangereift ist, zu einer starken Künstlerin.

War Hildegard Knef für Sie eine Traumrolle?

Natürlich ist es für eine Schauspielerin eine Herausforderung, eine Ikone wie Hildegard Knef zu verkörpern. Aber was sie ausmacht, was das Anziehende an ihr ist, war mir anfangs gar nicht klar. Ich spürte eine starke Ambivalenz und erst während der Vorbereitung bin ich ihr wirklich nah gekommen.

Wie verlief Ihre erste Begegnung mit der Musik Hildegard Knefs?

Wie groß sie wirklich ist, musste bei mir auch erst einmal wachsen. Mein Vater, der gerne Bob Dylan, die Stones und die Pop- und Protestsongs der 60er Jahre hört, der hat sofort gesagt, "Ach Hildegard Knef, das ist keine Musik für mich". Dann haben wir Sachen von ihr gehört und er musste zugeben, wie großartig sie ist. Für ihn waren das am Anfang einfach Schlager, dabei kann man gerade in den Knef-Chansons ihre Persönlichkeit, Eigenheit und Eigenart erleben, diese Mischung aus Ungefälligkeit, Weisheit und Philosophie. Darin kann man ihr Leben erkennen, auch wenn man es vielleicht nicht ganz begreift. Sie bringt das mit so wenigen Sätzen auf den Punkt. Dabei versucht ihre Interpretation nicht zu gefallen. In diesen Liedern ist sie zu finden, da muss Hildegard Knef ganz eins mit sich gewesen sein.

(...)

Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Einer Figur gerecht zu werden, von der viele Menschen schon ein starkes Bild haben, von der es Filme gibt, Tonaufnahmen, das ist schon eine Herausforderung. Natürlich ist das meine Interpretation von Hildegard Knef, dabei durfte ich jedoch nicht vergessen, dass sie viele Spuren hinterlassen hat. Darum habe ich mich schon stark mit dem Bildmaterial auseinandergesetzt und ihren Talkshowauftritten. Die junge Hildegard Knef habe ich viel freier gestaltet als die ältere. Da gab es auch viel weniger Vorlagen. Als junges Mädchen kann sie nicht so gewesen sein wie als 40-jährige Frau. Da ist zuviel Theater, zuviel Film, zu viel Diva in dieser Frau. So musste ich mich durch die verschiedenen Altersstufen arbeiten und ihr verschiedene Attribute für den jeweiligen Altersabschnitt geben. Ich habe mich mit ihrem dritten Ehemann viel unterhalten, ich habe Filmmaterial von ihrem ersten Ehemann, Kurt Hirsch, gesehen und ich habe ihre Bücher und einfach alles, das ich über sie finden konnte, gelesen. Und ich habe sogar Schauspielunterricht genommen (lacht).

Musik spielt in "Hilde" eine zentrale Rolle. Wie haben Sie sich auf die Chansons vorbereitet?

Ich habe mich lange mit ihrer Musik beschäftigt und genau studiert, wie sie das singt. Was höre ich da in ihrer Stimme? Für die Aufnahmen habe ich dann ein Jahr lang Gesangsunterricht genommen. Trotzdem kann ich sie leider nicht imitierten. Wenn ich eine Version von mir höre und gar nicht so schlecht! denke, höre ich mir ihre Fassung an und dann sinkt mir das Herz, weil es natürlich nicht an das herankommt, was sie in der Stimme hat. Dadurch habe ich sie aber als Mensch viel besser verstanden. hilde-derfilm.de