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8. Wonderland Titel: 8. Wonderland

Regisseur: Nicolas Alberny / Jean Mach
Land: Frankreich
Jahr: 2008
Länge: 94 Minuten
Sprachfassung: engl. / frz. / span. / ital. / russ. / dt. / griech. / jap. / arab. / mand. / pers.
Untertitel: deutsch
FSK: ab 12

Beschreibung

mit Matthew Géczy, Eloissa Florez, Robert William Bradford, Alaïn Azerot, Ahlima Mhamdi, Michael Hofland 

"8th Wonderland" erzählt die atemberaubende Geschichte des ersten virtuellen Staates, den ein global zusammengesetztes Kollektiv aus Hunderten von Menschen im Internet gegründet hat. Sie wollen den bloßen Worten der Politik Taten entgegensetzen. Wöchentlich stimmen die Bürger des 8th Wonderland über die nächsten Aktionen ab. Per demokratischen Beschluss wird so der Vatikan mit Kondom-Automaten dekoriert, wird eine Darwin-Bibel in Massenauflage gedruckt, ein Atomdeal zwischen Russland und Iran durch sehr bewußte Fehl-Übersetzung verhindert und millionenschwere Fußballprofis in einen chinesischen Sweatshop zur handgearbeiteten Massenschuh-Produktion verfrachtet. Die Aktionen des 8th Wonderland legen den Finger in die Wunden der globalkapitalistischen Ungerechtigkeiten. Mit den sich radikalisierenden Aktionen erschüttern die Web-Revolutionäre nicht nur die Aufmerksamkeits-Ökonomie der internationalen Medien, sondern auch die der westlichen Geheimdienste, die globale Krisen heraufziehen sehen. Als ein Hochstapler behauptet, Gründer und Kopf vom 8th Wonderland zu sein und seine Popularität für Werbespots ausnutzt, müssen die Internet-Partisanen handeln, wenn sie ihr eigenes Gesicht wahren wollen. Doch allzu schnell sitzen sie in der Diskursfalle: als die Mächtigsten beginnen, dem virtuellen Staat Gewaltakte in die Schuhe zu schieben, ist die Jagd nach den Terroristen des 8th Wonderland offiziell eröffnet.

"8th Wonderland" vom französischen Regie-Duo Nicolas Alberny und Jean Mach legt mit bissigem Witz und lakonischer Ironie die Mechanismen revolutionären Handelns offen und hinterfragt seine Möglichkeiten in einer Ära der Virtualisierung. Alberny und Mach gelang eine völlig neue Ästhetik, eine radikale und in ihrer Einfachheit geniale Geschichte über Veränderung und Handlungsfähigkeit im 21. Jahrhundert. neuevisionen.de 

Der Film dreht sich um eine Gruppe von Menschen, die von politischen Leben der Gegenwart und der Präsenz und dem Einfluss der Medien enttäuscht sind.

Daher gründen sie im Internet einen virtuellen Staat, "8th Wonderland", in dem sie das basisdemokratische Mitspracherecht haben, das in der realen Welt inzwischen zur Seltenheit geworden ist. Jede Woche stimmen alle Einwohner des virtuellen Staates über eine andere Sache ab, wodurch sie auch ein Mitspracherecht in der echten Welt bekommen, was möglicherweise dazu führt, dass ihre Ideen auch hier die Gesellschaft verbessern kann. film.de 

"Wie viele solcher News müssen Sie noch sehen, bevor Sie reagieren?" fragt ein Spot für die Website 8th Wonderland, die als Weltverbesserer-Club ein Diskussionsforum bietet. Witzige Aktionen entstehen, doch Kondomautomaten im Vatikan bringen die Demokratie nicht weit voran. Also werden korrupte südamerikanische Politiker erschossen, zwingen Bomben Nahrungs-Multis in die Knie. Fortan wird in der Gruppe und der Öffentlichkeit intensiv diskutiert, ob der Zweck die Mittel heiligt oder solche Terror-Methoden Al-Quaida-Niveau haben. kino.de 

Hochambitionierte Weltverbesserer-Fantasie über Aufstieg und Fall einer Online-Community, die sich mit zunehmend radikalen Aktionen gegen die Mächtigen der Welt viele Feinde schafft.

Das erste gemeinsame Projekt von Nicolas Alberny und Jean Mach ist der feuchte Traum eines jeden linksliberalen Aktivisten und Globalisierungsgegners. Anstatt nun den rasanten Aufstieg und Fall einer weltweiten, exklusiven und vorerst geheimen Online-Community namens "8th Wonderland" nach klassischer Manier zu erzählen, wählen die beiden Filmemacher einen abgehobenen Ansatz, indem sie ihre Dramaturgie direkt aus dem virtuellen Video-Chat importieren und zeigen, was im und vor dem Bildschirm respektive Fernseher passiert. Diese Erzählweise ist gewöhnungsbedürftig, findet zwar extrem ambitioniert, aber auch der Realität enthoben in seinem eigenen Universum statt. Glaubwürdigkeit ist kein Kriterium und über den Plot, der glatt von Naomi Klein ("No Logo") stammen könnte, darf diskutiert werden.

Der Zapping-Trip beginnt mit immer wieder in den Film integrierten Nachrichtenzusammenschnitten. "Wie viele solcher News müssen Sie noch sehen, bevor Sie reagieren?", fragt der Spot für die titelgebende Webseite, die als polyglotter Weltverbesserer-Club zunächst ein Diskussionsforum bietet, wo auch viel Banales ventiliert wird und zugleich witzige Aktionen entstehen: Kondomautomaten im Vatikan und ein Pamphlet gegen die Truthahn-Todesstrafe erregen erste Aufmerksamkeit. Doch die Risiken sind hoch, das Ergebnis minimal - ein Plan muss her, um mehr Demokratie zu wagen. Also werden korrupte südamerikanische Politiker erschossen, Bomben und Sabotage zwingen Nahrungs-Multis in die Knie, HIV-Infektionen der eigenen Kinder (!) die G8-Staatschefs zum Kampf gegen Aids. Fortan wird in der Gruppe und der Öffentlichkeit intensiv diskutiert, ob der Zweck die Mittel heiligt, oder solche Terror-Methoden Al-Quaida-Niveau haben.

Obendrein schlägt ein dreister Opportunist Gewinn aus seiner Lüge, der Erfinder des virtuellen Landes zu sein, während die Geheimdienste fieberhaft nach den Servern suchen, um sie abzuschalten. Vieles daran wirkt zwar noch etwas unausgegoren, aber sowohl die ungewöhnliche Form als auch der irre Inhalt geben Denkanstöße. Zusätzlich sind die sympathische Haltung und der schräge Humor weitere Argumente für ein brandheißes Experiment, das den Zeitgeist punktgenau trifft. kino.de/tk