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Titel: Die Eroberung der inneren FreiheitDokumentation
Regisseur: Silvia Kaiser / Aleksandra Kumorek
Land: Deutschland
Jahr: 2009
Länge: 80 Minuten
Sprachfassung: deutsch
FSK: ohne Altersbeschränkung
Beschreibung
Im Jahr 2000 ließ sich die Haftanstalt Berlin-Tegel auf ein weltweit einmaliges Experiment ein: Schwerverbrecher betreiben Philosophie. Ein Jahr lang begleiten die Filmemacherinnen Aleksandra Kumorek und Silvia Kaiser Langzeitinhaftierte, die mit Hilfe von so genannten "Sokratischen Gesprächen" beginnen, sich selbst und ihr eigenes Wertesystem zu hinterfragen. Ein schwieriges Unterfangen, denn diese " Eroberung der inneren Freiheit" geschieht inmitten der gewalttätigen Atmosphäre des Gefängnisses - gegen innere und äußere Widerstände. realfictionfilme.de
Wertesysteme bestimmen unseren Alltag – ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Sie können Menschen zu Verbrechern machen. Sie können Menschen in den Krieg führen, sie Terroranschläge und Verbrechen begehen lassen. Die Diskussion von Wertesystemen hat in unserer Gesellschaft eine ungeheure Relevanz gewonnen, die ungebrochen anhält.
Vor mehr als 2000 Jahren erfand Sokrates eine Methode, sich des eigenen Wertesystems bewusst zu werden, die "Sokratischen Gespräche". Einfache Fragen, bei denen die eigene Lebenserfahrung ins Allgemeine abstrahiert wird, decken das eigene Wertesystem auf. Einsicht aus erster Hand war Sokrates Devise.
Was passiert, wenn man Schwerverbrecher mit dieser Methode konfrontiert? Im Jahr 2000 ließ sich die Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel als einziges Gefängnis weltweit auf dieses Experiment ein. Viel erfolgreicher als Gespräche mit Sozialarbeitern und Psychologen führen die sokratischen Gespräche zu einer authentischen Veränderung. Entlarven die Glorifizierung von Verbrecherehre und Bandenmentalität. Führen zu einer Entdeckung der eigenen Bedürfnisse, Sorgen und Ängste.
Über ein Jahr lang beobachteten die Filmemacherinnen Silvia Kaiser und Aleksandra Kumorek Gaston (verurteilt wegen Auftragsmordes), Rainer (verteilt wegen Raubmordes), Gordon und Stefan (verurteilt wegen Drogendelikten) und weitere Gefangene, die an den sokratischen Gesprächen teilnehmen. Ohne Voyeurismus, mit ruhigem Blick und – im wahrsten Sinne des Wortes – auf gleicher Augenhöhe erleben wir Menschen, die sich auf die Reise zu der "hässlichen" Seite ihres Selbst begeben und diese Konfrontation aushalten müssen, ihre eigene Widersprüchlichkeit und Zerrissenheit.
Zu welchen Veränderungen ist ein Mensch fähig? Wie weit ist es möglich, das eigene Wertesystem hinter sich zu lassen? Sind wir nur ein Spielball unserer Ansichten und Erfahrungen oder kann die Philosophie helfen, uns das Fundament der eigenen Persönlichkeit begreifbar zu machen? Ohne die Verbrechen der Gefangen zu relativieren, hinterfragt der Film die Motivationen von Straftätern, lässt sie kritisch über ihre Taten und Werte nachdenken und darüber wie man sich in Extremsituationen wie dem Knast die innere Freiheit bewahrt. realfictionfilme.de
Was passiert, wenn man eine 2000 Jahre alte Lehre von Sokrates in unser heutiges Wertesystem überträgt? In einem Experiment wurden die "Sokratischen Gespräche", die den Menschen zu reflektiertem Denken, eigener Einsicht und Selbstbesinnung führen sollen, Schwerverbrechern aus der Justizvollzugsanstalt Tegel nahegebracht. Das Ergebnis ist verblüffend und stellt sogar die Fortschritte, die durch Gespräche mit Psychologen und Sozialarbeitern geführt wurden, in den Schatten.
Welche Aktualität und philosophischen Bestand diese jahrtausende alte Lehre von Sokrates hat - und vor allem, wie universell sie auf die Menschheit an sich ausgerichtet ist - , beweist diese Dokumentation von Silvia Kaiser und Aleksandra Kumorek. Auf ruhige und respektvolle Art zeigt sie die Menschen und einzelnen Schicksale hinter den Schwerverbrechern, aber auch die Lern- und Wandlungsfähigkeit von Individuen, die von der Gesellschaft schon längst aufgegeben wurden. kino.de
"Nur ein reflektiertes Leben ist es wert, gelebt zu werden", glaubte Sokrates vor über 2000 Jahren. Gefangene der Haftanstalt Berlin-Tegel treffen sich regelmäßig zu philosophischen Gesprächen über Themen wie "Wahrheit und Lüge" oder "Der Kick des Verbrechens". Die abwechslungsreiche Dokumentation zeigt, dass Straftäter durchaus bereit sind, ihr eigenes Wertesystem zu hinterfragen.
Fazit: Ein erhellender Blick hinter die Mauern eines Gefängnisses. cinema.de
