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Lola (2009) Titel: Lola (2009)

Regisseur: Brillante Mendoza
Land: Frankreich / Philippinen
Jahr: 2009
Länge: 110 Minuten
Sprachfassung: tagalog
Untertitel: deutsch
FSK: ohne Altersbeschränkung

Beschreibung

Grand Jury Prize auf dem Miami Film Festival 2010 und den Don Quijote Preis auf dem 24. Fribourg International Film Festival

mit Anita Linda, Rustica Carpio, Tanya Gomez, Jhong Hilario, Ketchup Eusebio

Ein tragisches Ereignis führt zwei Großmütter zusammen - der Enkel der einen ist angeklagt, den Enkel der anderen bei einem Raub ermordet zu haben. Nun sind sie vor ähnliche Schwierigkeiten gestellt, denn beide stammen aus der Unterschicht Manilas und müssen nun Geld auftreiben; der einen fehlt das Geld für die Bestattung und die Gerichtsverhandlung, der anderen um die Kaution für ihren Enkel zu bezahlen. Nüchtern und unbeschönigend begleitet der Film die Bemühungen der beiden alten Frauen, die von einer scheinbar grenzenlosen Fürsorge angetrieben werden: "Lola" Sepa (Anita Linda) auf ihren Wegen durch die Stadt, um die Beerdigung zu organisieren und durch die Nachbarschaft, um Spenden zu sammeln; "Lola" Puring (Rustica Carpio) beim Gemüse-Verkauf und den Besuchen im Gefängnis. rapideyemovies.de

Regisseur Brillante Mendoza ist einer der interessantesten und international erfolgreichsten Protagonisten des philippinischen Gegenwartskinos. Mendozas Filme entstehen weitgehend außerhalb der kommerziellen Filmindustrie und fühlen sich einer ungeschönten und realistischen Darstellung der zeitgenössischen philippinischen Gesellschaft verpflichtet. Die meisten seiner Filme bewegen sich in einem sehr genau umrissenen Raum und spielen sich oft an einem einzigen Tag ab, an dem sie mit großer Genauigkeit das Leben ihrer Protagonisten durchdringen. In den vier Jahren seit seinem Erstlingswerk hat er bereits acht weitere Filme gedreht. In seinem Sozialdrama "Lola" veranschaulicht er eindrucksvoll die Beschwerlichkeiten des Alltags in der Unterschicht von Manila, aber auch den ungebrochenen Willen und die Stärke, diese zu meistern. 

"Lola" war 2009 auf dem Filmfest von Venedig der erste philippinische Film seit 1985. Er hat auf verschiedenen anderen Filmfesten bereits mehrere Preise gewonnen, wie den Grand Jury Prize auf dem Miami Film Festival 2010 und den Don Quijote Preis auf dem 24. Fribourg International Film Festival. rapideyemovies.de

Brillante Mendoza über "Lola":

""Lola" bedeutet Großmutter in Tagalog. Filipinos sind sehr respektvoll gegenüber Älteren, besonders gegenüber ihren Großeltern. (…) Großeltern spielen eine große Rolle in jeder Filipino Familie. Filipinos sind bekannt dafür, enge familiäre Bindungen zu haben. Wenn die Eltern nicht da sind, werden die Kinder immer bei den Großeltern gelassen. Sie behandeln ihre Enkel öfters besser als ihre eigenen Kinder."

"Der Film wurde in Malabon gedreht, was etwa 45 Minuten vom Stadtzentrum Manilas entfernt liegt. Diese Gemeinde ist das ganze Jahr über überflutet. Der Wasserstand steigt oder sinkt je nach Niederschlag. Die Leute, die in dieser Gemeinde leben, haben sich für diesen Ort entschieden, weil sie keinen anderen Platz zum Leben haben. Ich habe mich für diesen Schauplatz entschieden, um die Lebensbedingungen dieser Leute zu zeigen, und wie sie mit ihrer täglichen Existenz zurechtkommen und sich an eine solche Umgebung gewöhnt haben. Wie "Lola" zeigt schaffen sie es trotz ihrer Lebensumstände zu überleben und gleichzeitig Lösungen für die Probleme ihrer Lieben zu finden."

"Der Film beginnt mit einem Close-up auf Geld, und Geld spielt eine wichtige Rolle im Ende des Films. Geld ist in der Tat die Wurzel allen Übels. In "Lola" wird die Menschlichkeit der zwei Großmütter auf die Probe gestellt aufgrund der Bedürfnisse ihrer Lieben, nicht wegen ihrer eigenen. Die Ausgaben von Leben und Sterben hängen ab vom eigenen Status im Leben. Je reicher man ist, desto teurer kann es sein zu sterben. Aber wenn du arm bist, kann Leben so käuflich sein wie man es in "Lola" sieht."

"Es ist frappierend zu sehen, wie wenig Raum bei all der Alltagsbewältigung für Trauer oder Wut bleibt. "Lola" erkundet eine Welt, in der die Akteure es sich buchstäblich nicht leisten können, Gefühle zu haben, und reflektiert dabei, wie eisern der Kapitalismus die Gegenwart im Griff hat." TAZ

"Keine Schnörkel, keine Beschönigungen kennt dieser Film, entwickelt in seinem unverfälschten Blick auf die großartig besetzten Protagonisten eine Wahrhaftigkeit, die ihn in eine Reihe mit den Meisterwerken des italienischen Neorealismus stellt. Ohne je penetrant zu werden und in Sozialkitsch oder Sentimentalität abzugleiten, werden überall bitterste Not, tiefer Schmerz und Trauer auf der einen Seite und die Emotionslosigkeit der Behörden mit der kalten Bürokratisierung des individuellen Schicksals, aber auch Geschäftemacherei und Geldgier auf der anderen Seite sichtbar. Unmissverständlich zeigt Mendoza auch, dass Geld zwar materielle Not lindern kann, aber nicht den emotionalen Schmerz und Verlust. Ein tiefbewegendes Plädoyer für die Menschlichkeit." Viennale, Walter Gasperi

"Nichts passiert, werden manche sagen, alles passiert – das erkennt man, wenn man hinschaut." Rüdiger Suchsland

""Lola" beobachtet hartnäckig und detailversessen, wie viel Mühe es macht zu existieren, wenn man kein Geld hat." TAZ