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Boyhood Titel: Boyhood

Regisseur: Richard Linklater
Land: USA
Jahr: 2014
Länge: 165 Minuten
Sprachfassung: englisch
Untertitel: deutsch
FSK: ab 6

Beschreibung

Wunderbar leicht und lässig über zwölf Jahre hinweg erzählte
Geschichte einer Kindheit und Jugend in den USA.

“Boyhood“ ist ein filmisches Experiment. Das allein ist
Grund genug, sich diesen absoluten Ausnahmefilm anzusehen, denn wagemutige
Experimente sind in Hollywood bekanntlich sehr selten geworden. Über 12 Jahre
hinweg hat sich Regisseur Richard Linklater jährlich mit seiner kleinen Gruppe
von Schauspielern getroffen und dabei stets eine Reihe von Szenen für „Boyhood“
gedreht.



Das Thema des Films klingt dabei denkbar einfach: Es geht um
das Heranwachsen des Jungen Mason, der in Texas ein schlichtes Leben bei seiner
alleinerziehenden Mutter verbringt und gelegentlich von seinem etwas
unzuverlässigen Vater besucht wird. Was Linklater aus diesem uralten Filmthema
der Adoleszenz mit „Boyhood“ und dessen ungewöhnlicher Produktionsweise aber
letztlich herausholt, das ist so unverbraucht und innovativ, dass es dem Film
zu recht zu einem Welterfolg verholfen hat.



Die ungewöhnliche Kraft, die „Boyhood“ zu entfalten weiß,
begründet sich dabei nicht nur allein darin, dass wir Zeuge werden, wie Mason
tatsächlich und wahrhaftig vor unseren Augen aufwächst. Die großen Qualitäten
des Filmes liegen auch in seiner ungerichteten Erzählweise. So operierte das
Filmteam zwar auf Grundlage eines ungefähren Plans, der einige Stationen im
Leben von Mason fixierte, ein Großteil der Geschichte ist aber improvisiert.
Die Schauspieler, die sich über 12 Jahre regelmäßig trafen, waren aufgefordert,
sich selbst in ihre Figuren einzubringen und mögliche Entwicklungen für sie
vorzuschlagen. Dieses Verfahren gibt „Boyhood“ ein ungewöhnlich authentisches
Gefühl. Ein Ausnahmefilm, der uns an die eigene Jugend erinnert und uns das
Leben eines Fremden sehr nah bringt. Vor
der Vergabe der Oscars galt „Boyhood“ als heißer Anwärter auf den Preis für den
besten Film, ging aber leer aus und musste sich mit einem Oscar für die beste
Nebenrolle begnügen (Patricia Arquette). kino.de