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10.09.2008 |
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Stadtbaurat Bodemann: "Öffentlicher Dialog aus unterschiedlichen Blickwinkeln" Das Projekt "Hannover City 2020" soll den durch EXPO und Neubau der Ernst-August-Galerie eingeleiteten Entwicklungsimpuls in der hannoverschen City verstetigen. Deshalb plant die Stadt zu diesem Thema im Jahr 2010 einen internationalen Planungswettbewerb. Die Ergebnisse sollen ab 2011 schrittweise bis zum Jahr 2020 umgesetzt werden. Stadtbaurat Uwe Bodemann: "Wir wollen das Projekt mit einem fachübergreifenden Dialog über die künftige Entwicklung der Innenstadt beginnen. Dieser Dialog soll unterschiedliche Blickwinkel auf die City einschließen - zum Beispiel die Vergangenheit, Gegenwart und die Zukunft." Den Auftakt zum City-Dialog bilden vier große öffentliche Veranstaltungen im Herbst 2008. Dabei geht es um die Auseinandersetzung über grundsätzliche Fragestellungen zur allgemeinen Entwicklung von Innenstädten und zur speziellen Situation Hannovers:
Der vierte Abend dieser Veranstaltungsreihe wird als ein so genanntes "Vor-Ort-Gespräch" in Kooperation zwischen der Bundesstiftung Baukultur und der Landeshauptstadt Hannover durchgeführt. "Nachkriegsmoderne weiter-denken" - unter diesem Motto geht es dann um die städtebaulichen Leitbilder für Hannover nach 1945. Wie kaum eine andere Stadt steht Hannover beispielhaft für einen Wiederaufbau nach den Vorstellungen der gegliederten und aufgelockerten Stadt, wie er vom ehemaligen Stadtbaurat Rudolf Hillebrecht gesteuert worden ist. Zentrales Thema wird das angemessene Weiterdenken der Nachkriegs-moderne als urbane Verdichtungen sein. "Unser grundlegendes Ziel bei ’Hannover City 2020’ ist es, durch spezielle Methoden und Beteiligungsverfahren mit unterschiedlich-sten Akteuren die zukünftige Innenstadt-Entwicklung gemeinsam zu gestalten: Das heißt vor allem, synergetische Effekte von privaten und öffentlichen Planungen und Investitionen zu erreichen", erklärt der Stadtbaurat. Hinter dem Projekt stehen ein hoher baukultureller, städtebaulicher Anspruch und der Wunsch, die Bewohnerschaft für die Stadtstruktur und die Weiterentwicklung ihrer Innenstadt zu sensibilisieren. Bereits im Vorfeld gab es Gespräche mit wichtigen VertreterInnen des innerstädtischen Lebens, um für diesen Prozess Partnerschaften zu entwickeln und das Projekt in der Stadtöffentlichkeit zu verankern. Im Jahr 2009 wird der Dialog mit Veranstaltungen und Symposien zur Innenstadt fortgesetzt. Dabei sind die Akteure und die Potenziale vor Ort zentrale Themen. Drei bekannte Persönlichkeiten der hannoverschen Stadtgesellschaft unterstützen diesen Prozess und wirken für die Stadt als kritische Begleiter und Moderatoren der Planung:
Um zu qualitätsvollen städtebaulichen Lösungen zu kommen, wird parallel ein Konzept zur künftigen Entwicklung der Innenstadt entwickelt. Erarbeitet wird es von der Berliner Planungsgemeinschaft Machleidt + Partner/Michael Braum + Partner in Kooperation mit der Bauverwaltung. Es werden dabei sowohl die historische Entwicklung der City, vorhandene Konzepte sowie die Ergebnisse des Stadtdialogs in das Planwerk aufgenommen. Bodemann: "Aus der systematischen Aufbereitung der Planungsgeschichte wollen wir Anforderungen an die zukünftige Entwicklung ableiten, auch Stärken und Schwächen des Betrachtungsraums sowie stadträumliche Bezüge analysieren." Im Jahr 2010 sollen mit örtlichen, nationalen und internationalen Planungsbüros konkurrierende städtebauliche Entwürfe an ausgewählten Interventionsorten entstehen, die dann von einer internationalen Jury beurteilt werden. Die Ergebnisse sowie die strategischen Zielvorgaben aus dem Leitplan werden Bestandteil eines Programms zur baulich-räumlichen Weiterentwicklung der City von Hannover.
Die Innenstadt Hannovers hat sich in den vergangenen zehn Jahren in mehreren Phasen positiv entwickelt. Wichtiger Impulsgeber in den 1990er Jahren war die Expo 2000. Eines der Schlüsselprojekte war dabei der Umbau des Ernst-August-Platzes im Zuge der Erneuerung des Hauptbahnhofs. Mehr als 30 Jahre diente die Hochstraße am Aegidientorplatz als - zuletzt bautechnisch abgängiges - Provisorium. Nach ihrem Abriss konnte der Aegi neu strukturiert werden. Spektakulärster, bautechnisch aufwendigster und teuerster Neubau dort ist seit 2003 das Hauptverwaltungsgebäude der Nord-LB, das am Innenstadtring neue urbane Maßstäbe setzt - bei Tag und bei Nacht. Besonders bemerkenswert ist, dass sich das Bankgebäude auf der Erdgeschossebene zur Straßenseite hin öffnet. Die Nutzungsstruktur des Aegidientorplatzes als Bankenstandort wird durch die Nord-LB wesentlich geprägt. Die Standortentscheidung der Firma ECE zum Bau der Ernst-August-Galerie im Jahre 2003 in der nördlichen Innenstadt/Ernst-August-Stadt bewirkt in der City einen weiteren einzigartigen Modernisierungs- und Investitionsschub. Neben der ECE-Großbaustelle wird die City gegenwärtig geprägt durch Bauarbeiten für die Umwandlung des Rosenquartiers in Nachbarschaft zur Ernst-August-Galerie sowie weitere Neubauten in der Karmarsch- sowie der Großen Packhofstraße. Die Standortentscheidung ECE hat aber auch für die südliche Innenstadt Innovations-bemühungen in Gang gesetzt. Um die traditionellen Citylagen zu stärken, hat die Stadt Wirtschaftsforen ins Leben gerufen, deren konzeptionelle Arbeit die mit der ECE-Eröffnung zu erwartenden Gewichtsverlagerungen in der Innenstadt verträglich halten und auffangen soll. Ansässige Kaufleute entwickeln hier mit Unterstützung der Stadt Pläne zur Stärkung bestehender Einzelhandelsstandorte, um Kaufkraftabflüsse zu reduzieren. Die Verkehrsführung im Bereich des Operndreiecks wurde geändert, eine Neugestaltung des öffentlichen Raums nach einem Entwurf des Landschaftsarchitekten Kamel Louafi schafft mehr Aufenthalts-qualität und eine größere Attraktivität für BesucherInnen. Daneben wird die Stadt in diesen Tagen den Umbau des Platzes der Weltausstellung sowie Teile der Karmarsch- und der Osterstraße abschließen. Die Lange Laube als Verlängerung des klassizistischen Achsensystems der City und der Bereich Steintor folgen als nächste größere Projekte in der westlichen City. "Hannover City 2020" knüpft an diese Entwicklungen und die damit eingeleiteten Erneuerungsprozesse der Innenstadt an. Mit frischen Ideen soll die City gemäß ihrer Bedeutung für die Stadt, für die Region Hannover und als Sitz der Landesregierung zukunftsweisend entwickelt werden. Der Stadtbaurat: "Das Projekt Hannover City 2020 soll dazu beitragen, nicht nur öffentliche Maßnahmen umzusetzen, sondern mit Privaten Projekte unter gemeinsamer Zielsetzung zu entwickeln." Der Rat der Stadt Hannover hat den Dialogprozess Hannover City 2020 im Rahmen der Haushaltsberatung 2006 initiiert. Die Stadt ist planungsverantwortlich und übernimmt die Rolle der Geschäftsstelle mit Projektkoordination und -steuerung. |
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Ansprechpartner: Dieter Sagolla, Tel: (0511) 168-42414, Fax: (0511) 168-45351
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