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01.06.2000 |
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"Das dritte Jahrtausend beginnt in Hannover": Das ist das Motto, nach dem die niedersächsische Landeshauptstadt der EXPO 2000 entgegen fiebert. Hannover ist Gastgeberstadt der ersten Weltausstellung auf deutschem Boden. Bei der EXPO werden die Mit einem 15-Milliarden-Mark-Investitionsprogramm für Verkehr und Infrastruktur, für Bauten und Grünanlagen hat sich die Region Hannover durch private und öffentliche Investitionen fit für die Weltausstellung gemacht. Zehn Jahre der Vorbereitung liegen hinter der Stadt. Hannover hat die Herausforderung angenommen und die Chance genutzt. Wie es begann Die Überlegungen, in Hannover eine Weltausstellung auszurichten, wurden 1987 im Aufsichtsrat der Deutschen Messe AG geboren. Eines der Ziele der fünf Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder war es, den Messestandort Hannover, international bekannt durch die Computermesse CeBIT und die Hannover Messe Industrie, auszubauen. Da die herkömmlichen Weltausstellungen als nicht mehr zeitgemäß gelten und die Stadt eine neue Form der Weltausstellung entwickeln wollte, kam man zu dem Konsens, eine Weltausstellung zum Thema "Mensch - Natur - Technik" auszurichten. Dabei ging es darum, sich mit Natur und Umwelt auseinander zu setzen, mit Ressourcen sorgfältig um zu gehen, den Menschen in den Mittelpunkt und gleichzeitig das Thema Nachhaltigkeit und Nachnutzung in den Vordergrund zu stellen. Der damalige Bundeswirtschaftsminister gab bei der Eröffnung der CeBIT?88 bekannt, dass sich die Bundesrepublik Deutschland mit dem Standort Hannover beim Bureau International des Expositions für die Ausrichtung einer Weltausstellung bewirbt. Die Stadt Hannover hat 1990 in einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit nur einer Stimme Mehrheit Toronto aus dem Feld geschlagen. Ausschlaggebend für den Zuschlag, eine Weltausstellung auszurichten, war ein neues Konzept, das sich inhaltlich von anderen Weltausstellungen abhob: Erstmals in der Geschichte der Weltausstellung wird der zentrale Ausstellungsbereich mit 600 "Weltweiten Projekten" in der Stadt, der Region, in Deutschland und in der ganzen Welt verbunden. Zusätzlich sprach für Hannover, dass es in Kanada bereits Weltausstellungen gegeben hat, während in Deutschland noch nie eine Weltausstellung ausgerichtet worden ist. Doch eine Weltausstellung sollte in Hannover nicht ohne die Zustimmung der Einwohnerinnen und Einwohner stattfinden. Der Rat der Stadt entschied sich 1992 für eine Bürgerbefragung. Das Ergebnis war knapp - aber positiv. Die Befragungsbeteiligung lag bei 61,7 Prozent: Davon sprachen sich 51,5 Prozent für und 48,5 Prozent gegen die EXPO 2000 aus. Mit diesem "Ja" unterstützte die Mehrheit der hannoverschen Einwohnerinnen und Einwohner die Anstrengungen ihrer Stadtverwaltung, ihrer Politiker und zahlreicher Lobbyisten und stellte sich der Herausforderung zur Planung und Organisation einer Weltausstellung. Wachsende Zustimmung Die Stadt war und ist allen früheren Unkenrufen zum Trotz fest entschlossen, mit ihren Kräften und Möglichkeiten die Weltausstellung EXPO 2000 zum Erfolg zu führen. Inzwischen wuchs die Zustimmung. Fiel die Bürgerbefragung 1992 noch knapp aus, so zeigte eine Umfrage des Norddeutschen Rundfunks zum Jahresanfang 2000 ein weitaus positiveres Ergebnis: 62 Prozent der Hannoveranerinnen und Hannoveraner sind inzwischen davon überzeugt, dass die EXPO 2000 ein Erfolg wird. Eine Emnid Umfrage zu Jahresbeginn bestätigt den Optimismus: Jeder vierte Deutsche plant einen Besuch der Weltausstellung. Die Spannung ist überall in Hannover spürbar. An den 240 städtischen Gebäuden flattern EXPO-Fahnen - sichtbares Signal der Vorfreude auf das Jahrtausendereignis. "Hannover zeigt Flagge" heißt die Aktion. Der Countdown läuft, Hannover zählt die Tage und ist gut gerüstet, die Welt zu empfangen. Die Stadt wurde aufpoliert Das Mega-Ereignis hat einen einzigartigen Modernisierungsschub in der internationalen Messemetropole Nr. 1 ausgelöst. Zum zweiten Mal nach dem Wiederaufbau in den 50er Jahren verändert sich das Gesicht Hannovers. Drehbuch dabei ist das "Hannoverprogramm 2001", das mit über 100 Projekten die Stadt- und Lebensqualität für die Hannoveranerinnen und Hannoveraner verändern wird. Die EXPO findet nicht nur auf dem Gelände statt Verspricht die EXPO-Gesellschaft auf dem Ausstellungsgelände eine "Weltreise in die Zukunft" mit einem "Spaziergang durch mehr als 170 Nationen", so geht es in Hannover ganz handfest darum, wie in einer traditionellen mitteleuropäischen Kommune urbanes Zusammenleben an der Schwelle zum dritten Jahrtausend organisiert werden kann. Davon künden auch dezentrale EXPO-Projekte in Hannover wie "Stadt als Garten" und "Stadt als sozialer Lebensraum". Für das Projekt "Stadt als Garten" hat die Stadt den größten Teil der Vorarbeit schon in den vergangenen Jahrzehnten geleistet. Ziel ist, Grünflächen in die Stadt zu integrieren. Diesem Ansatz geht Hannover nur zu gerne nach, da ohnehin 56 Prozent Grün- und Parkanlagen sowie Wasserflächen sind. Zum Programm gehört auch der Ausbau eines 480 Kilometer langen Radwegenetzes in Hannover. Hannover folgt mit seinen Projekten dem Aufruf der Agenda 21, nach der die Städte ihre Politik umwelt- und sozialverträglich in den globalen Zusammenhang einfügen sollen. Dabei stellt sich Hannover Fragen der Nachhaltigkeit, sucht nach Lösungen bei typischen Konflikt- und Problemkonstellationen sozialer Fragen. Die EXPO 2000 findet also nicht nur auf dem Weltausstellungsgelände statt, sondern wird durch weltweite EXPO-Projekte in die Stadt getragen, die auf Dauer auch Hannovers Einwohnerinnen und Einwohnern zu gute kommen. Allein im Rahmen der dezentralen EXPO-Projekte investiert die Stadt 150 Millionen Mark. Stadt, Staat und auch die Wirtschaft haben Hannover zur fast konkurrenzlosen Aufsteigerstadt der Republik gemacht - mit Ausnahme nur der Bundeshauptstadt Berlin. Das Straßennetz wird erweitert, das Stadtbahnnetz komplettiert, eine S-Bahn neu gebaut, der Hauptbahnhof zum Empfangssalon der Stadt modernisiert, der Flughafen zum Luftkreuz des Nordens ausgebaut, und in der Skyline der City zeugten unzählige Kräne vom Umbau der Stadt. Die Kauf- und Warenhäuser in der Innenstadt nutzten die einmalige Chance, sich der Welt als moderne Dienstleistungsunternehmen mit ansprechender Architektur zu zeigen. Direkt neben dem Weltausstellungsgelände wächst am Kronsberg ein neuer Stadtteil. Mit 3.000 Wohnungen allein bis zur EXPO, insgesamt 6.000 für später 15.000 Menschen, gehört der Stadtteil zu den städtischen Vorzeigeprojekten während der Weltausstellung. Alles, was die Einwohnerinnen und Einwohner zum Zusammenleben brauchen, gibt es hier von Anfang an: Kindergarten, Schulen, Stadtteilzentrum, Gleisanschlüsse, Geschäfte und Arztpraxen. Der Kronsberg ist ein Modell moderner Lebensform, in der Kommunikation und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen, in der jeder seine Privatsphäre hat, ohne einsam sein zu müssen. Der neue Stadtteil präsentiert sich als ein lebendiges Beispiel für das Leben im 21. Jahrhundert, das dem Motto der Weltausstellung "Mensch-Natur-Technik" folgt. Zur städtebaulichen Pflicht kommt an vielen Stellen die Kür, wie beim "Regenwaldhaus", das als Musterbeispiel für privates Engagement in der Stadt steht. Das künstliche Biotop für knapp 40 Millionen Mark holt in kleinem Maßstab das grüne Universum des brasilianischen Urwalds in die Königlichen Gärten Herrenhausen. Die 300 Jahre alten Barockgärten gelten als historisches Prunkstück der Stadt: Mittelpunkt der zu drei Fünfteln von Wald und Wiesen, Gärten und Gewässern geprägten Großstadt im Grünen - gleichzeitig aber auch Relikt der fürstlichen Tradition Hannovers, deren Welfenkönige im 18. und 19. Jahrhundert in Personalunion auch an der Spitze des britischen Empires standen. Planungen für die Nach-EXPO-Zeit Hannover wird aber nach der Universalausstellung nicht in ein tiefes Loch fallen - wie vielerorts befürchtet wird. Ein wichtiger Teil der Stadtentwicklung beginnt eigentlich erst nach der Weltausstellung, also am 1. November 2000. Großbauprojekte wie der Umbau des Stadtkerns am Kröpcke oder die Renovierung der unterirdischen Geschäftszone Passerelle werden erst dann in Angriff genommen. Das Handlungsprogramm 2001 bis 2005 setzt die Planungen im neuen Jahrtausend fort. Hannover hat im Jahr 1999 in einem in Deutschland einzigartigen Dialog-Projekt das Handlungsprogramm 2001 bis 2005 bestimmt. Im letzten Jahr haben über 2000 Einwohnerinnen und Einwohner mit Experten über die Zukunftsperspektive Hannovers diskutiert. Unter den fünf Leitthemen "Starker Standort", "Ausgleich statt Spaltung", "Urbane Lebensqualität", "Nachhaltigkeit" und "Demokratische Teilhabe" sind Handlungsfelder und Projektansätze angeregt worden, die nach dem Jahr 2000 in Angriff genommen werden. Dieses Handlungsprogramm hat Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg dem Rat der Stadt Hannover und der Öffentlichkeit im Mai 2000 vorgestellt. Nachnutzung des EXPO-Geländes Das Mega-Ereignis EXPO 2000 lenkt die Aufmerksamkeit auf die Region Hannover und hilft, den Messestandort für die Zukunft zu sichern. Die EXPO ist nicht nur eine Herausforderung, sie bietet auch Zukunftschancen und Entwicklungsmöglichkeiten. Hannover hat bereits durch die internationalen Messen wesentliche Erfahrungen. Mit der Entwicklung des EXPO-Areals ging der zukunftsweisende Aus- und Neubau des Messegeländes und der notwendigen Infrastruktur einher. Ein Ergebnis ist die nachhaltige Stärkung des Messeplatzes Hannover. Allen Planungen - sowohl auf dem Messe-Gelände als auch in der Stadt - liegt das Konzept der nachhaltigen Entwicklung und Nachnutzung zugrunde. Beispielsweise befinden sich 60 Prozent des EXPO-Geländes auf dem alten, jetzt modernisierten Messe-Gelände, das auch weiterhin für die großen Messen CeBIT und Hannover Messe Industrie genutzt wird. Die Stadt erhält das modernste und weltweit größte Messe-Gelände. Von der insgesamt 1,71 Hektar Gesamtfläche steht damit für zwei Drittel der EXPO-Flächen von vornherein eine klar definierte Nachnutzung fest. Auf dem restlichen EXPO-Gelände entstehen Gebäude wie die Preussag Arena, das Global House, das Europa-Center, ein SAS-Radisson Hotel, eine klar definierte Nachnutzung. Das Global House wird ein Design-Center, in das Europa-Center wird die Fachhochschule für Design einziehen. Auf der Pavillon-Ost Fläche wird in rund einem Drittel der dortigen Gebäude das französische Unternehmen Decathlon einziehen, die übrigen Flächen sind Gewerbeflächen von höchster Qualität, was Infrastruktur und Verkehrsanbindung anbelangt, die die Ansiedlungspolitik sehr erleichtern. Gestärkter Wirtschaftsstandort Hannover ist ein guter Standort für Investitionen in Europa. Die Stadt liegt seit Öffnung des Eisernen Vorhanges und der Vereinigung wieder im Zentrum Deutschlands und Europas. Die großen Verkehrslinien der Autobahnen und Eisenbahnen, die in Europa wieder an Bedeutung gewinnen, kreuzen sich in Hannover. Zwischen West- und Osteuropa, Nord- und Südeuropa kommt niemand an Hannover vorbei. Ein moderner Flughafen und ein ausgebauter Kanal vervollständigen die Verkehrsinfrastruktur. Diese Tatsache hat es Hannover zu verdanken, dass international-innovative Unternehmen hier ihren Sitz haben. Dazu zählen die Reifen- und Hightech-Schmiede Continental, der Energieriese PreussenElektra, der Industrie- und Tourismuskonzern Preussag und - last but not least - das Unternehmen, wo die Urlaubskönige aus Deutschland ihre Ferienträume bestellen - die Touristik Union International (TUI). Auch die Hapag Llyod Flugflotille hat in Hannover ihre Homebase. Mit der EXPO 2000 ist zusätzlich ein Aufschwung auf dem hannoverschen Tagungs- und Kongressmarkt zu erwarten. Die Akquisition in diesem Bereich läuft auf Hochtouren: 2001 kommt die Eishockey-Weltmeisterschaft und 2005 der Evangelische Kirchentag nach Hannover. Für das Jahr 2006 bewirbt sich die Stadt um die Fußballweltmeisterschaft. Besonders im Bereich Messe- und Kongressstadt muss der EXPO-Schub von der Stadt genutzt werden. Messen und Ausstellungen zuverlässig auszurichten, reicht heutzutage bei weitem nicht mehr aus, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Ziel ist es, die Stadt stärker als Teil einer Gesamtinszenierung zu profilieren, die EXPO und ihre Aktivitäten gezielt und nachhaltig zu nutzen und die Deutsche Messe AG mit dem Hannover Congress Centrum überzeugend zu positionieren. Image und Kompetenz der Messe AG müssen im Rahmen eines Gesamtkonzepts genutzt werden. Hannoveraner sind geübte Gastgeber Die im Juli 1999 gegründete Easy Room GmbH ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur weiteren Stärkung Hannovers als Messe-, Kongress- und Veranstaltungsort, auch über den Zeitpunkt der EXPO hinaus. Easy Room erfüllt seine Aufgabe aber bereits jetzt. 450.000 Betten stehen in der Stadt und im Umkreis von maximal zwei Fahrstunden zur Verfügung. Ein Großteil dieser Unterkünfte bieten sogenannte Messe-Muttis an, d.h. Gäste werden von Privatleuten mit Familienanschluss untergebracht. Messegästen sind diese Übernachtungsmöglichkeit als beliebte Alternative zu Hotelzimmern bekannt, zahlreiche private Kontakte und Freundschaften sind in den vergangenen Jahren daraus entstanden. Die Stadt bereitet sich in vielfältiger Weise auf die EXPO vor. Mit zahlreichen Projekten stellt sich Hannover der Aufgabe als Gastgeberstadt:
Facettenreiches Kulturangebot in der Stadt
Mit ausgewogenen und interessanten Höhepunkten macht die hannoversche Museenlandschaft im EXPO-Jahr auf sich aufmerksam:
Hannover und seine Region hat viele schöne Gesichter und abwechslungsreiche Landschaften mit Wald und Meer, Berg und Tal. Rund 1,1 Millionen Menschen leben hier im Mittelpunkt des Bundeslandes Niedersachsen, im Zentrum Deutschlands, in der Mitte Europas. |
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Ansprechpartnerin: Anja Menge, Tel: (0511) 168-44176, Fax: (0511) 168-45351
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